linktest (regression postestimation commands)

Regressionsmodelle aller Art mit Stata.

linktest (regression postestimation commands)

Beitragvon Christian_Rademacher » Fr 25. Jan 2019, 19:30

Laut Stata Manual 13.5 basiert das postestimation Kommando <linktest> auf einer Idee von Tukey (1949) sowie den Vorarbeiten von Pregibon (1979; 1980):

The form of the link test implemented here is based on an idea of Tukey (1949), which was further described by Pregibon (1980), elaborating on work in his unpublished thesis (Pregibon 1979).
(https://www.stata.com/manuals13/rlinktest.pdf)

Tatsächlich zeigen die Beispieloutputs im Manual (https://www.stata.com/manuals13/rlinktest.pdf) oder z.B. auch auf den Seiten der UCLA https://stats.idre.ucla.edu/stata/webbooks/reg/chapter2/stata-webbooksregressionwith-statachapter-2-regression-diagnostics/, dass immer nur ein lineares gegen ein quadratisch verknüpftes Modell getestet wird, gleichgültig ob die postestimation nun auf lineare (OLS) Regression (Examples 1 & 2) oder auf logistische (MLL) Regression angewendet wird (Example 3).

Diese einfache quadratische Verknüpfung kommt in dem im Manual (13.5) zitierten Artikel (Pregibon 1980) aber gar nicht vor. Möglicherweise in der ziemlich unzugänglichen Doktorarbeit von Mr. Daryl Pregibon, welche laut [url]worldcat.org[/url] weltweit nur in neun Bibliotheken, davon in Deutschland nur in der TIB-Hanover, ansonsten in UK, CA und in den USA fast ausschließlich auf Mikrofiche vorliegt bzw. vorliegen soll. Eine Fernleihe ist nicht möglich. Demnach handelt es sich nach den Kategorien von VroniPlag in beiden Fällen um Bauernopfer http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/VroniPlag_Wiki:Grundlagen/Plagiatskategorien. In jedem Falle, werden Quellen zitiert, die die behaupteten Informationen entweder nicht beinhalten oder nur solche, die (der wissenschaftlichen Öffentlichkeit) nur unter großem, unzumutbarem Aufwand (Flug nach Toronto o.ä.) zugänglich wären.

Ich halte das wissenschaftlich für fragwürdig und zudem für höchst problematisch, weil einige Lehrbücher (z.B. Mehmetoglu/Jakobsen 2016: 178 https://books.google.de/books?id=RvhNDQAAQBAJ&pg=PA178&dq=linktest+stata&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwj0nZuwtYngAhUObVAKHWtsCN8Q6AEIOzAC#v=onepage&q=linktest%20stata&f=false) offenbar nur (indirekt) nach dem Manual zitieren, ohne zu prüfen, ob die Angaben bei Pregibon (1980) tatsächlich vorhanden sind.

Überdies scheint mir, dass der Befehl allenfalls die Bezeichnung "link test" von Pregibon (1980) übernimmt. Mir scheint die Logik von <linktest> jedoch eher auf der Logik des Linearitätstests nach Mandel (1964: 181) zu beruhen. https://archive.org/stream/MandelJ.TheStatisticalAnalysisOfExperimentalData1964/Mandel+J.+-+The+statistical+analysis+of+experimental+data+%281964%29_djvu.txt

Dazu habe ich vier Fragen:
1. Habe ich Pregibon (1980) einfach nur falsch verstanden?
2. Falls das zutrifft, wo finde ich dort die im Manual behauptete quadratische Verknüpfung aus dem Stata-Befehl <linktest>?
3. Oder falls ich doch Recht haben sollte, trifft es dann zu, dass anstelle von Pregibon (1980) eher Mandel (1964) der Urheber der Idee hinter diesem Befehl ist?
4. Falls ich allerdings richtig liegen sollte, wäre es dann nicht wünschenswert, dass selbst bei einem einfach zu interpretierenden Test, die Dokumentation im Manual wissenschaftlich korrekt ist und auch auf angemessene bzw. zugängliche Quellen verweist?
Christian_Rademacher
 
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Re: linktest (regression postestimation commands)

Beitragvon Staxa » Mo 28. Jan 2019, 10:24

Für derart spezifische Fragen verweise ich auf das offizielle Stata Forum: https://www.statalist.org/forums/forum/ ... on/general
Stata für Anfänger: www.statabook.com
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